Geschäftliche Banküberweisung nach Russland

Es gibt zwei Varianten von Rechnungen, die Sie von russischen Firmen oder juristischen Personen erhalten könnten- in Rubel oder in Euro. Die letztere gilt wenn der Empfänger ein sogenanntes Euro-Konto in seiner russischen Bank eingerichtet hat. Nun teilen mit Ihnen unsere bisherigen Erfahrungen mit dem Überweisungsprozess mit*.

Überweisung in Euro

Diese Variante ist, sagen wir mal, benutzerfreundlicher. Hierfür benötigen Sie, ähnlich wie bei einer EU-Überweisung:

1. Namen des Zahlungsempfängers bzw. Firmenname. Adresse ist nicht zwingend notwendig.

2. SWIFT (BIC) Nummer

3. IBAN Kontonummer, die in Russland jedoch als Account-Nummer (Счёт) bezeichnet wird und aus 28 Zahlen besteht. Grundsätzlich fängt diese mit „40“ an. Beispiel: 40817978004980039770

4. Verwendungszweck: Invoice Nummer und das Datum der Rechnungsausstellung

5. Und natürlich die Rechnungssumme.

In der Regel ist es hier ausreichend die Variante mit der „Entgeltteilung“ (SHARE) zu nehmen, da keine zusätzlichen Währungsumrechnungskosten anfallen sollten.

Überweisung in Rubel

Bei einer Überweisung in Rubel müssen Sie im Verwendungszweck oder weiteren bestimmten Feldern mehr Daten eintragen. Diese Angaben sind parallel zum fehlerfrei ausgeschriebenen Empfängernamen sehr wichtig, damit die Summe auf dem Konto vom Empfänger ankommt und nicht bis zur weiteren Klärung für einige Tage „eingefroren“ wird. Im Online Banking tragen Sie zunächst bei der Auslandsüberweisung das Empfängerland sowie Zielwährung (Rubel) ein. Danach kommt der wichtigste Teil:

1. Name des Zahlungsempfängers bzw. Firmenname. Achtung: Der Name soll 1:1 aus der Rechnung übernommen werden und keine Zusatzinformationen beinhalten. Falls auf der Rechnung der Name in kyrillischer Schrift eingetragen ist, fragen Sie den Zahlungsempfänger unbedingt nach einem bei der Bank gemeldeten Firmennamen in lateinischer Schrift. Oft können die juristische Formen wie z.B. GmbH (im russischen „OOO“) als „LLC“ einzutragen sein.

2. Adresse des Unternehmens (bisher noch nicht als notwendig gewesen, wir tragen diese jedoch immer ein)

3. IBAN oder Kontonummer (Account-Nummer)- diese beinhatet ebenfalls 28 Stellen und fängt mit „40“ an. Verwechseln Sie nicht die sog. „Correspondent Bank“ Nummer, die in der Regel mit „30“ anfängt. Bisher mussten wir die Kontonummer der „Correspondent Bank“ noch nie eintragen.

4. SWIFT Nummer, falls explizit angegeben. Wenn Ihnen nur der sog. Nationaler Bankcode (in Russland mit BIC/ БИК ausgezeichnet) vorliegt, die aus 9 Zahlen besteht wie z.B. 044552545, können Sie in Ihrem Online Banking nach dieser Nummer im Zielland suchen und die entsprechende SWIFT Nummer anzeigen lassen. Diese tragen Sie dann ein.

5. Kreditinstitut des Empfängers mit vollständiger Anschrift. Bei SWIFT Angaben wird diese in der Regel automatisch von Ihrer Bank im Online Banking eingetragen.

6. Die Rechnungssumme im Betrag in Rubel (Hinzu kommen nach dem Geldausgang Überweisungsgebühren hinzu, diese sind von Bank zu Bank unterschiedlich und liegen je nach Bedingungen bei 10€ - 35€)

7. Und nun kommen wir zum wichtigsten Teil „Verwendungszweck“:

- Invoice Nummer und Datum

- VO Nr („номер валютной операции“)- Zweck der Überweisung für die Angaben beim russischen Finanzamt. Diese Nummer erfragen Sie am besten beim Empfänger.

- Steuernummer des Empfängers (INN) bestehend aus 10 Zahlen

- Gewerbenummer des Empfängers (KPP) bestehend aus 9 Zahlen

- Manchmal werden auch die INN und KPP der Empfängerbank benötigt, das hatten wir bisher nur bei zwei russischen Banken erlebt.

- Angaben zu MwSt: VAT oder NO VAT

Um Komplikationen bei der Annahme der überwiesenen Summe in Russland zu vermeiden, sollten Sie die Option „Alle Gebühren zulasten Auftraggebers“ (OUR) auswählen.

Rechnungen mit einem Wert von über 12500 Euro

Bitte beachten Sie, bei einem Betrag über 12.500€ sind Sie verpflichtet, den Geldtransfer ins nicht-EU Ausland bei der Deutschen Bundesbank zu melden. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite der Bundeszentralbank.

Russische Mehrwertsteuer

In der Regel sind alle Unternehmen, die keinen Firmensitz in Russland haben, von der russischen Mehrwertsteuer (18%) befreit. Beachten Sie bitte dabei die Bestimmungen des Reverse-Charge-Verfahrens.

In der Rechnung wird also keine Mehrwertsteuer ausgezeichnet (TAX=0). Das muss jedoch für alle Fälle noch vor der Rechnungserstellung bzw. in den Vertragsbedingungen mit dem Zahlungsempfänger geklärt werden. In einigen Fällen müssten Sie einen Garantiebrief unterschreiben und eine Kopie der deutschen bzw. ausländischen Gewerbeanmeldung zuschicken.

* Bitte beachten Sie, dass alle diese Angaben ohne Gewähr sind. Im Einzelfall sollten Sie die Überweisungsdetails mit dem Zahlungsempfänger oder Ihrer Bank klären.

  

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